"Wir wollen niemals auseinandergeh'n!"
Das hatten sich die "GOTTWALD-SINGERS" nie geschworen.

"Showdown" nach 25 Jahren:
Letzter Auftritt unterm Jumbo
von GÖKCEN STENZEL Westfälischer Anzeiger vom 14. August 1996

Hamm. An den Wänden in dem kleinen Büro-Raum ist von einer Tapete nichts mehr zu sehen. Dicht an dicht hängen die angepinnten Fotos und gerahmten Poster da nebeneinander. Auf fast jedem ist Jochen Gottwald zu sehen, unzählige Prominente an seiner Seite. Hier spricht er mit Friedrich Novottny, da lächelt er mit Marie Luise Marjan in die Kamera, dort kocht er mit Manfred Krug: Erinnerungen an eine bewegte Zeit. Eine Zeit mit den "GOTTWALD-SINGERS", der internationalen Show- und Tanzband, deren Namensgeber und Moderator der Wahl-Hammer ist.
Auf den Punkt genau 25 Jahre sind die fünf Musiker aus Hamm und Soest jetzt zusammen, und genau jetzt setzen sie einen Schlussstrich, "weil man irgendwann einmal aufhören muss": Am Samstag haben die immer gut gelaunten "GOTTWALD-SINGERS" ihren allerletzten Auftritt. Bevor das Feuerwerk im Maxi-Park in den Himmel steigt, werden Willi Grundhöfer, Leonhard Schütz, Paul Klute, Heijo Buddemeier und eben Jochen Gottwald zum letzten Mal für Stimmung sorgen.
"Ich freue mich sehr auf die freien Wochenenden, die danach kommen", strahlt Gottwald, der sich selbst "Ur-Musiker" nennt und für die Percussions zuständig ist. "Dann habe ich endlich Zeit fürs Fotografieren und Filmen. Und für meine Enkel." Bei 60 Auftritten im Jahr habe er so etwas bisher nie gekannt. Dafür seien sie 'rumgekommen erzählt er. Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Hannover...


So ein Auto bleibt ein Traum...!

Das Bühnenbild vom alljährlichen MHK-Ball (Musterhaus-Küchen), diesmal in Stuttgart...
Aber am stärksten habe sich ihre Tour durch den Kaukasus bei ihm eingeprägt. Die führte die "GOTTWALD-SINGERS" 1990 im Rahmen eines Kulturaustausches als erste deutsche Popgruppe nach Georgeien: "Allein von dieser Reise könnte man ein Buch schreiben."
Daneben steht dem gelernten Fliesenleger und Gärtner - heute ist er als Personalrat der Stadt Soest verantwortlich - ein anderes "Wahnsinns-Erlebnis" noch lebhaft vor Augen: Das Penalty-Schießen, das er einmal im rappelvollen BVB-Stadion moderierte. Kein Wunder: Seine mitreißenden Moderationen und flotten Sprüche waren es, die den "SINGERS" halfen, so bekannt zu werden. Gottwald schafft das Wir-Gefühl mit dem Publikum, Gottwald leitet über von "I'm walking" zu den "Nordseewellen", vom Pop zum Schlager. Und wenn es um eine rauchige Stimnme geht, singt sie der Mann mit den gespaltenen Stimmbändern selbst: "Rod Stewart oder Harry Belafonte kann ich auf Anhieb", lacht der Mann, der seit 43 Jahren Musik und Show macht.
Seine Sprüche und Witze sind harte Arbeit - sie entstehen erst einmal am Schreibtisch und werden beim Auftritt schließlich mit einem Schuss Improvisation gewürzt. "Das liegt mir", so Gottwald, der übrigens im Riesengebirge geboren wurde. Auch beim letzten Auftritt im Maxi-Park, zu dem sich zahllose Busse mit Fans angemeldet haben, wird er noch einmal alle Register ziehen. Zwar wird Leonhard mit einer Tanzband weitermachen, aber die "GOTTWALDS" wird es am Sonntag nicht mehr geben.



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